MES-Checkliste · Schritt 2.7

MES-Anforderungen im Lastenheft definieren

Aus Prozessen, Problemen und Workshop-Ergebnissen werden jetzt konkrete, prüfbare Anforderungen an das zukünftige MES. Entscheidend ist, dass ein Anbieter eindeutig beurteilen kann, ob und wie seine Lösung den Bedarf erfüllt.

✓ Anforderungen aus den Workshops vol…✓ Jede Anforderung eindeutig und vers…✓ Pro Anforderung möglichst einen kla…✓ Funktionale, technische und organis…
Warum dieser Schritt wichtig ist

Präzise Anforderungen schaffen später Vergleichbarkeit.

Unklare Formulierungen führen zu unklaren Antworten. Ein Lastenheft muss den Bedarf des Unternehmens beschreiben, ohne vorschnell die technische Lösung eines bestimmten Anbieters vorzugeben.

Zusätzlich werden Anforderungen gewichtet, Einführungsstufen festgelegt und das Mengengerüst vervollständigt. So entsteht eine belastbare Grundlage für Ausschreibung und Auswahl.

Konkrete Aufgaben

Was ist zu tun?

Bearbeiten Sie die Aufgaben in dieser Reihenfolge und dokumentieren Sie Entscheidungen sowie offene Punkte nachvollziehbar.

01

Anforderungen aus den Workshops vollständig übernehmen.

02

Jede Anforderung eindeutig und verständlich formulieren.

03

Pro Anforderung möglichst einen klaren Sachverhalt beschreiben.

04

Funktionale, technische und organisatorische Anforderungen sauber zuordnen.

05

Schnittstellenanforderungen konkretisieren.

06

Anforderungen mit A/B/C/O gewichten und Einführungsstufen festlegen.

07

Mengengerüst vervollständigen sowie Doppelungen und Widersprüche beseitigen.

Informationsbasis

Welche Informationen sollten vorliegen?

Die folgenden Informationen helfen, den Schritt fachlich fundiert und ohne unnötige Rückfragen zu bearbeiten.

Fachlich

Prozessbedarf

Was soll der zukünftige Prozess können oder welche Information wird benötigt?

Technisch

Integration

Schnittstellen, Infrastruktur, Datenhaltung, Betrieb und technische Rahmenbedingungen.

Priorität

A/B/C/O

Kritisch, wichtig, nice to have und optional bewusst unterscheiden.

Einführung

Stufen

Festlegen, welche Anforderungen in welcher Umsetzungsstufe benötigt werden.

Menge

Dimensionierung

Maschinen, Benutzer, Standorte und andere relevante Mengen korrekt erfassen.

Prüfbarkeit

Eindeutigkeit

Formulierungen so gestalten, dass Anbieter einen klaren Erfüllungsgrad angeben können.

Beteiligte

Wer sollte eingebunden werden?

Beziehen Sie nur die Rollen ein, die für diesen Schritt fachlich, technisch oder organisatorisch wirklich erforderlich sind.

Fachverantwortliche

Prüfen Inhalt, Vollständigkeit und fachliche Richtigkeit ihrer Anforderungen.

Key User

Sichern Praxisnähe und berücksichtigen relevante Sonderfälle.

IT

Prüft technische, integrative und betriebliche Anforderungen.

Projektleitung

Vereinheitlicht Formulierungen, Gewichtung und Dokumentstruktur.

Typische Fehler

Was Sie vermeiden sollten.

Diese Fehler führen häufig zu unnötigem Aufwand, fehlender Vergleichbarkeit oder späteren Projektrisiken.

Zu allgemein formulieren

„Gute Feinplanung“ oder „einfache Bedienung“ sind ohne konkrete Kriterien kaum bewertbar.

Eine bestimmte Lösung vorschreiben

Das Lastenheft beschreibt den Bedarf; die technische Umsetzung bewertet der Anbieter.

Alles als Muss kennzeichnen

Fehlende Priorisierung verhindert eine differenzierte Auswahl und treibt Kosten.

Mehrere Anforderungen vermischen

Ein Anbieter muss jeden Sachverhalt eindeutig beantworten können.

Praxis-Hinweis

Bei jeder Anforderung an die spätere Anbieterantwort denken.

Fragen Sie: Kann ein Anbieter diese Position eindeutig mit „erfüllt“, „mit Konfiguration“, „mit Erweiterung“ oder „nicht erfüllt“ beantworten und seine Aussage erklären? Wenn nicht, sollte die Anforderung präzisiert werden.

Abschlusskriterien

Woran erkennen Sie, dass Schritt 2.7 abgeschlossen ist?

Der Schritt ist abgeschlossen, wenn die folgenden drei Aussagen belastbar beantwortet beziehungsweise erfüllt sind.

✓

Inhalte vollständig

Alle relevanten Workshop-Ergebnisse sind in Anforderungen überführt.

✓

Bewertung vorhanden

Priorität und Einführungsstufe sind für jede wichtige Position festgelegt.

✓

Anforderungen prüfbar

Fachbereiche und spätere Anbieter können die Aussagen eindeutig verstehen.

Ergebnis dieses Schrittes

Der nächste Projektstand ist vorbereitet.

Ein fachlich vollständiger Entwurf des MES-Lastenhefts mit nachvollziehbaren Anforderungen, Prioritäten, Einführungsstufen und Mengengerüst liegt vor.

Nächster Schritt2.8 – MES-Lastenheft freigeben
Unterstützung durch das MES-Tool-Kit

Mit dem passenden Werkzeug strukturiert weiterarbeiten.

Die Lastenheft-App unterstützt die strukturierte Definition, Priorisierung und Dokumentation der MES-Anforderungen. Die Ergebnisse können später direkt für die Softwareauswahl weiterverwendet werden.

Arbeitsstand dokumentieren

Schritt 2.7 direkt in der MES-Checkliste bearbeiten.

Die Fachseite erklärt Vorgehen, Beteiligte und typische Fehler. In der kostenfreien App dokumentieren Sie Status, Verantwortlichen, Termin, Notizen und offene Punkte.