Betriebsdatenerfassung (BDE) im MES

MES-Modul · Produktion

Betriebsdatenerfassung (BDE) im MES

Auftragszeiten, Mengen und Fortschritt direkt aus der Fertigung erfassen.

Aufgaben, Praxisbeispiel und Nutzen – mit konkreten Prüfpunkten für Ihre MES-Auswahl und Ihr Lastenheft.

✓ Anbieterneutral✓ Praxisbeispiel✓ Lastenheft-Prüfpunkte
Einordnung

Was ist Betriebsdatenerfassung (BDE)?

Die Betriebsdatenerfassung (BDE) erfasst auftragsbezogene Informationen aus der Fertigung. Dazu gehören Bearbeitungszeiten, Gutmengen, Ausschuss und der Status von Arbeitsgängen. Im MES verbindet BDE die geplanten Aufträge mit den tatsächlichen Abläufen am Arbeitsplatz.

Aufgaben

Welche Aufgaben übernimmt das Modul im MES?

  • Arbeitsgänge starten, unterbrechen und beenden.
  • Bearbeitete Mengen und auftragsbezogene Zeiten zurückmelden.
  • Den Auftragsfortschritt für Produktion und ERP bereitstellen.
Ausgangssituation

Welche Probleme lassen sich damit lösen?

  • Papiermeldungen werden erst nach Schichtende übertragen.
  • Der aktuelle Bearbeitungsstand eines Auftrags ist unklar.
  • Nachkalkulation und Planung beruhen auf lückenhaften Rückmeldungen.
Praxisbeispiel

Wie funktioniert Betriebsdatenerfassung (BDE) in der Praxis?

Ein Mitarbeiter wählt am Terminal einen freigegebenen Arbeitsgang und startet die Bearbeitung. Er meldet Gutmenge, Ausschuss und Unterbrechungen. Das MES aktualisiert den Fortschritt und übergibt die vereinbarten Rückmeldungen an das ERP. Korrekturen bleiben nachvollziehbar. In der späteren Auswertung wird deutlich, dass der Auftrag nur zwei Stunden bearbeitet wurde, zwischen den Arbeitsgängen aber lange warten musste. Bearbeitungszeit ist die Zeit für die eigentliche Tätigkeit. Die Durchlaufzeit umfasst zusätzlich beispielsweise Rüsten, Transport und Warten. Diese Unterscheidung hilft, die Ursache einer verspäteten Fertigstellung gezielt zu untersuchen.

Betrieblicher Nutzen

Welchen Nutzen bietet das Modul?

  • Weniger Übertragungsschritte zwischen Fertigung und Verwaltung.
  • Aktuellere Auftragsstände für Terminentscheidungen.
  • Eine belastbarere Datengrundlage für Soll-Ist-Vergleich und Nachkalkulation.
  • Warte- und Liegezeiten als Ansatzpunkte für kürzere Durchlaufzeiten erkennen.

Der tatsächliche Nutzen hängt von Ausgangssituation, Datenqualität und Nutzung im Betrieb ab. Bewerten Sie die erwartete Verbesserung vor der Softwareauswahl.

Funktionsumfang

Welche typischen Funktionen gehören dazu?

  • Auftragsauswahl per Liste, Barcode oder Scan.
  • Mehrmaschinenbedienung und Sammelmeldungen nach definierten Regeln.
  • Erfassung von Unterbrechungsgründen und Mengenarten.
  • Plausibilitätsprüfung, Korrektur und Rückmeldung an das ERP.
  • Auftragsverlauf mit Bearbeitungs-, Unterbrechungs- und Liegezeiten, soweit die Buchungen diese Unterscheidung ermöglichen.

Der konkrete Umfang unterscheidet sich je nach MES-Lösung. Prüfen Sie die benötigten Abläufe anhand eigener Beispiele.

Datenbasis

Welche Daten werden benötigt und erzeugt?

Benötigte Daten

  • Aufträge, Arbeitsgänge und Sollzeiten
  • Arbeitsplätze und Ressourcen
  • Mengenarten und Meldegründe

Erzeugte Informationen

  • Start-, Ende- und Unterbrechungszeiten
  • Gut-, Ausschuss- und Nacharbeitsmengen
  • Arbeitsgangstatus und Istzeiten
Zusammenspiel

Mit welchen MES-Modulen und Systemen arbeitet es zusammen?

Das ERP liefert Auftrags- und Stammdaten. MDE kann automatische Signale ergänzen; Personaldaten ermöglichen die vereinbarte Zuordnung von Tätigkeiten.

Einsatz beurteilen

Wann ist der Einsatz sinnvoll?

BDE ist sinnvoll, wenn Auftragsmeldungen verspätet eintreffen, häufig manuell übertragen werden oder der tatsächliche Fertigungsfortschritt nur durch Nachfragen feststellbar ist.

MES-Auswahl

Was sollte bei der Auswahl eines MES beachtet werden?

  • Wie werden parallele Aufträge und Mehrmaschinenbedienung behandelt?
  • Welche Meldungen sind manuell, welche automatisch?
  • Was geschieht bei Netzwerkausfall, Fehlbuchung oder Nacharbeit?

Fordern Sie eine Demonstration mit Ihren eigenen Abläufen und Daten. Klären Sie dabei, was im Standard enthalten ist und welche Schnittstellen, Zusatzlösungen oder Anpassungen erforderlich sind.

Anforderungen

Welche Anforderungen gehören ins MES-Lastenheft?

  • Meldeabläufe für Rüsten, Bearbeiten, Unterbrechen und Abschließen beschreiben.
  • Mengenarten, Zeitzuordnung und Korrekturrechte festlegen.
  • ERP-Rückmeldungen mit Inhalt, Zeitpunkt und Fehlerbehandlung definieren.
  • Start- und Endpunkte der Durchlaufzeit sowie Regeln für die Unterscheidung von Bearbeitungs- und Wartezeiten festlegen.

Beschreiben Sie je Anforderung den Ablauf, die Rahmenbedingungen und das erwartete Ergebnis. Legen Sie außerdem fest, wie die Erfüllung später geprüft werden soll.

MES-Lastenheft vorbereiten →
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Betriebsdatenerfassung (BDE)

Was ist der Unterschied zwischen BDE und MDE?

BDE ordnet Rückmeldungen vor allem Aufträgen und Arbeitsgängen zu. MDE erfasst technische Zustände und Signale von Maschinen. Beide Datenquellen können sich ergänzen.

Ersetzt BDE die Personalzeiterfassung?

Nein. Auftragsbezogene Tätigkeitszeiten und Anwesenheitszeiten haben unterschiedliche Zwecke. Ihre Zuordnung und Abgrenzung müssen im Unternehmen definiert werden.

Warum ist die Durchlaufzeit länger als die Bearbeitungszeit?

Ein Auftrag wird nicht durchgehend bearbeitet. Er kann auf Material, eine freie Maschine oder den nächsten Arbeitsschritt warten. Erst die getrennte Betrachtung der Zeiten zeigt, ob die Bearbeitung selbst oder die Ablauforganisation verbessert werden sollte.

Anbieter eingrenzen

Passende MES-Anbieter für dieses Modul finden

Im Finder ist das Modul vorausgewählt. Ergänzen Sie Ihre weiteren Kriterien und starten Sie die Suche. Die Vorauswahl ersetzt die Prüfung Ihrer konkreten Anforderungen nicht.