MES-Status quo analysieren
Bevor Anforderungen definiert oder MES-Anbieter verglichen werden, muss die tatsächliche Ausgangssituation bekannt sein. Die Status-quo-Analyse schafft die belastbare Grundlage für Budgetplanung, Potenzialbewertung und spätere Anforderungen.
Erst verstehen, dann digitalisieren.
Ein MES soll keine bestehenden Abläufe lediglich digital abbilden. Deshalb muss zunächst verstanden werden, wie Produktion, Qualität und angrenzende Prozesse heute tatsächlich funktionieren.
Die Status-quo-Analyse schafft Transparenz über Prozesse, Datenerfassung und vorhandene Systeme. Gleichzeitig werden Bereiche sichtbar, in denen unnötiger Aufwand, fehlende Informationen oder Verbesserungspotenziale bestehen.
Ohne einen nachvollziehbar dokumentierten IST-Stand lassen sich weder Einsparpotenziale noch MES-Anforderungen belastbar ableiten.
Was ist zu tun?
Bearbeiten Sie die Aufgaben in dieser Reihenfolge und dokumentieren Sie Entscheidungen sowie offene Punkte nachvollziehbar.
Relevante IST-Prozesse in Produktion, Qualität und Personal aufnehmen.
Bestehende Systeme und deren Aufgaben dokumentieren.
Vorhandene Datenerfassung und Datenverfügbarkeit bewerten.
Manuelle Tätigkeiten und Mehrfacherfassungen identifizieren.
Medienbrüche und Informationslücken erfassen.
Bekannte Schwachstellen und unnötige Aufwände dokumentieren.
Ergebnisse strukturiert zusammenfassen und für die Potenzialbewertung vorbereiten.
Welche Informationen sollten vorliegen?
Die folgenden Informationen helfen, den Schritt fachlich fundiert und ohne unnötige Rückfragen zu bearbeiten.
Vorhandene Abläufe
Prozessbeschreibungen, Arbeitsanweisungen und gelebte Abläufe in Produktion und Qualität.
Software & Schnittstellen
ERP, BDE/MDE, CAQ, Planungslösungen, individuelle Anwendungen und relevante Schnittstellen.
Erfassung & Auswertung
Maschinen-, Betriebs- und Qualitätsdaten sowie vorhandene Auswertungen.
Formulare & Excel
Excel-Dateien, Papierformulare und manuelle Listen zeigen häufig Medienbrüche und Zusatzaufwand.
Tagesgeschäft
Wo werden Daten mehrfach eingegeben? Wo fehlen Informationen? Wo entstehen Wartezeiten?
Störungen & Ausnahmen
Nicht nur den Normalprozess betrachten: Gerade Abweichungen zeigen häufig die wichtigsten Handlungsfelder.
Wer sollte eingebunden werden?
Beziehen Sie nur die Rollen ein, die für diesen Schritt fachlich, technisch oder organisatorisch wirklich erforderlich sind.
Produktion
Tatsächliche Shopfloor-Abläufe, Störungen und Informationsbedarfe.
Planung / AV
Auftragsfeinplanung, Rückmeldungen und tägliche Abstimmungen.
Qualität
Prüfabläufe, Qualitätsdaten, Abweichungen und Dokumentation.
IT
Systemlandschaft, Datenquellen, technische Abhängigkeiten und Schnittstellen.
Shopfloor
Erfahrene Anwender zeigen, wo Theorie und tägliche Praxis voneinander abweichen.
Was Sie vermeiden sollten.
Diese Fehler führen häufig zu unnötigem Aufwand, fehlender Vergleichbarkeit oder späteren Projektrisiken.
Dokumentierte Prozesse entsprechen nicht immer der tatsächlichen Arbeitsweise.
Viele praktische Probleme werden erst im täglichen Umgang mit Aufträgen, Maschinen und Informationen sichtbar.
Zunächst geht es um die heutige Situation und die bestehenden Probleme – noch nicht um eine bestimmte Softwarelösung.
Manuelle Tätigkeiten, Excel-Listen und Mehrfacherfassungen können später wichtige wirtschaftliche Potenziale darstellen.
Neben ERP auch BDE/MDE, CAQ, Planungslösungen und individuelle Anwendungen berücksichtigen.
Nicht nur nach dem Normalprozess fragen.
Fragen Sie bei der Aufnahme nicht nur „Wie läuft dieser Prozess?“, sondern auch „Was passiert, wenn etwas nicht wie geplant läuft?“. Gerade Ausnahmen, Störungen, fehlende Informationen und manuelle Ersatzlösungen zeigen häufig, wo ein MES später einen konkreten Nutzen schaffen kann.
Woran erkennen Sie, dass Schritt 1.1 abgeschlossen ist?
Der Schritt ist abgeschlossen, wenn die folgenden drei Aussagen belastbar beantwortet beziehungsweise erfüllt sind.
Wo stehen wir heute?
Die wesentlichen Prozesse, Systeme und Datenwege sind nachvollziehbar dokumentiert.
Wo entstehen Aufwand und Informationsverluste?
Medienbrüche, manuelle Tätigkeiten und bekannte Schwachstellen sind sichtbar.
Was muss genauer untersucht werden?
Die relevanten Bereiche für die anschließende Potenzialbewertung sind bekannt.
Der nächste Projektstand ist vorbereitet.
Sie verfügen über eine transparente Übersicht relevanter Abläufe, Systeme und erkennbarer Schwachstellen. Damit ist die Grundlage geschaffen, um die tatsächlichen MES-Potenziale zu bewerten.
Mit dem passenden Werkzeug strukturiert weiterarbeiten.
Die MES-Budgetplanung-App führt die wirtschaftlichen Vorarbeiten strukturiert zusammen und verhindert, dass Sie mit einem weißen Blatt Papier beginnen.
Schritt 1.1 direkt in der MES-Checkliste bearbeiten.
Die Fachseite erklärt Vorgehen, Beteiligte und typische Fehler. In der kostenfreien App dokumentieren Sie Status, Verantwortlichen, Termin, Notizen und offene Punkte.
