MES-Checkliste · Schritt 1.1

MES-Status quo analysieren

Bevor Anforderungen definiert oder MES-Anbieter verglichen werden, muss die tatsächliche Ausgangssituation bekannt sein. Die Status-quo-Analyse schafft die belastbare Grundlage für Budgetplanung, Potenzialbewertung und spätere Anforderungen.

✓ Relevante IST-Prozesse in Produktio…✓ Bestehende Systeme und deren Aufgab…✓ Vorhandene Datenerfassung und Daten…✓ Manuelle Tätigkeiten und Mehrfacher…
Warum dieser Schritt wichtig ist

Erst verstehen, dann digitalisieren.

Ein MES soll keine bestehenden Abläufe lediglich digital abbilden. Deshalb muss zunächst verstanden werden, wie Produktion, Qualität und angrenzende Prozesse heute tatsächlich funktionieren.

Die Status-quo-Analyse schafft Transparenz über Prozesse, Datenerfassung und vorhandene Systeme. Gleichzeitig werden Bereiche sichtbar, in denen unnötiger Aufwand, fehlende Informationen oder Verbesserungspotenziale bestehen.

Ohne einen nachvollziehbar dokumentierten IST-Stand lassen sich weder Einsparpotenziale noch MES-Anforderungen belastbar ableiten.

Konkrete Aufgaben

Was ist zu tun?

Bearbeiten Sie die Aufgaben in dieser Reihenfolge und dokumentieren Sie Entscheidungen sowie offene Punkte nachvollziehbar.

01

Relevante IST-Prozesse in Produktion, Qualität und Personal aufnehmen.

02

Bestehende Systeme und deren Aufgaben dokumentieren.

03

Vorhandene Datenerfassung und Datenverfügbarkeit bewerten.

04

Manuelle Tätigkeiten und Mehrfacherfassungen identifizieren.

05

Medienbrüche und Informationslücken erfassen.

06

Bekannte Schwachstellen und unnötige Aufwände dokumentieren.

07

Ergebnisse strukturiert zusammenfassen und für die Potenzialbewertung vorbereiten.

Informationsbasis

Welche Informationen sollten vorliegen?

Die folgenden Informationen helfen, den Schritt fachlich fundiert und ohne unnötige Rückfragen zu bearbeiten.

Prozesse

Vorhandene Abläufe

Prozessbeschreibungen, Arbeitsanweisungen und gelebte Abläufe in Produktion und Qualität.

Systeme

Software & Schnittstellen

ERP, BDE/MDE, CAQ, Planungslösungen, individuelle Anwendungen und relevante Schnittstellen.

Daten

Erfassung & Auswertung

Maschinen-, Betriebs- und Qualitätsdaten sowie vorhandene Auswertungen.

Hilfsmittel

Formulare & Excel

Excel-Dateien, Papierformulare und manuelle Listen zeigen häufig Medienbrüche und Zusatzaufwand.

Praxis

Tagesgeschäft

Wo werden Daten mehrfach eingegeben? Wo fehlen Informationen? Wo entstehen Wartezeiten?

Abweichungen

Störungen & Ausnahmen

Nicht nur den Normalprozess betrachten: Gerade Abweichungen zeigen häufig die wichtigsten Handlungsfelder.

Beteiligte

Wer sollte eingebunden werden?

Beziehen Sie nur die Rollen ein, die für diesen Schritt fachlich, technisch oder organisatorisch wirklich erforderlich sind.

Produktion

Tatsächliche Shopfloor-Abläufe, Störungen und Informationsbedarfe.

Planung / AV

Auftragsfeinplanung, Rückmeldungen und tägliche Abstimmungen.

Qualität

Prüfabläufe, Qualitätsdaten, Abweichungen und Dokumentation.

IT

Systemlandschaft, Datenquellen, technische Abhängigkeiten und Schnittstellen.

Shopfloor

Erfahrene Anwender zeigen, wo Theorie und tägliche Praxis voneinander abweichen.

Typische Fehler

Was Sie vermeiden sollten.

Diese Fehler führen häufig zu unnötigem Aufwand, fehlender Vergleichbarkeit oder späteren Projektrisiken.

Nur Prozessbeschreibungen übernehmen

Dokumentierte Prozesse entsprechen nicht immer der tatsächlichen Arbeitsweise.

Den Shopfloor nicht einbeziehen

Viele praktische Probleme werden erst im täglichen Umgang mit Aufträgen, Maschinen und Informationen sichtbar.

Zu früh über MES-Funktionen sprechen

Zunächst geht es um die heutige Situation und die bestehenden Probleme – noch nicht um eine bestimmte Softwarelösung.

Schwachstellen relativieren

Manuelle Tätigkeiten, Excel-Listen und Mehrfacherfassungen können später wichtige wirtschaftliche Potenziale darstellen.

Systemlandschaft unvollständig erfassen

Neben ERP auch BDE/MDE, CAQ, Planungslösungen und individuelle Anwendungen berücksichtigen.

Praxis-Hinweis

Nicht nur nach dem Normalprozess fragen.

Fragen Sie bei der Aufnahme nicht nur „Wie läuft dieser Prozess?“, sondern auch „Was passiert, wenn etwas nicht wie geplant läuft?“. Gerade Ausnahmen, Störungen, fehlende Informationen und manuelle Ersatzlösungen zeigen häufig, wo ein MES später einen konkreten Nutzen schaffen kann.

Abschlusskriterien

Woran erkennen Sie, dass Schritt 1.1 abgeschlossen ist?

Der Schritt ist abgeschlossen, wenn die folgenden drei Aussagen belastbar beantwortet beziehungsweise erfüllt sind.

✓

Wo stehen wir heute?

Die wesentlichen Prozesse, Systeme und Datenwege sind nachvollziehbar dokumentiert.

✓

Wo entstehen Aufwand und Informationsverluste?

Medienbrüche, manuelle Tätigkeiten und bekannte Schwachstellen sind sichtbar.

✓

Was muss genauer untersucht werden?

Die relevanten Bereiche für die anschließende Potenzialbewertung sind bekannt.

Wichtig: Zu diesem Zeitpunkt müssen noch keine MES-Funktionen ausgewählt und keine Lösungen festgelegt werden.
Ergebnis dieses Schrittes

Der nächste Projektstand ist vorbereitet.

Sie verfügen über eine transparente Übersicht relevanter Abläufe, Systeme und erkennbarer Schwachstellen. Damit ist die Grundlage geschaffen, um die tatsächlichen MES-Potenziale zu bewerten.

Nächster Schritt1.2 – MES-Potenziale bewerten
Unterstützung durch das MES-Tool-Kit

Mit dem passenden Werkzeug strukturiert weiterarbeiten.

Die MES-Budgetplanung-App führt die wirtschaftlichen Vorarbeiten strukturiert zusammen und verhindert, dass Sie mit einem weißen Blatt Papier beginnen.

Arbeitsstand dokumentieren

Schritt 1.1 direkt in der MES-Checkliste bearbeiten.

Die Fachseite erklärt Vorgehen, Beteiligte und typische Fehler. In der kostenfreien App dokumentieren Sie Status, Verantwortlichen, Termin, Notizen und offene Punkte.