MES-Potenziale bewerten
Nach der Aufnahme des Status quo werden die tatsächlichen Verbesserungspotenziale bewertet. Entscheidend ist nicht, möglichst viele MES-Funktionen zu finden, sondern die Handlungsfelder, in denen digitale Unterstützung einen konkreten Nutzen schaffen kann.
Vom Problem zum wirtschaftlich relevanten Hebel.
Eine MES-Einführung sollte nicht mit einer möglichst langen Funktionsliste beginnen. Zunächst muss klar sein, wo das Unternehmen einen konkreten Nutzen erzielen kann.
Die Potenzialbewertung verbindet die Erkenntnisse aus dem Status quo mit möglichen Verbesserungen und trennt relevante Hebel von Themen, die für das MES-Projekt nur geringe Bedeutung haben.
Was ist zu tun?
Bearbeiten Sie die Aufgaben in dieser Reihenfolge und dokumentieren Sie Entscheidungen sowie offene Punkte nachvollziehbar.
Schwachstellen aus der Status-quo-Analyse bewerten.
Manuelle Tätigkeiten, Informationsdefizite und vermeidbare Abstimmungen betrachten.
Verbesserungspotenziale je Prozess- und Funktionsbereich identifizieren.
Mögliche Auswirkungen auf Zeit, Qualität, Transparenz und Aufwand beschreiben.
Potenziale nach Relevanz und erwarteter Wirkung priorisieren.
Zusammenhänge und mögliche Doppelzählungen frühzeitig erkennen.
Ergebnisse für die anschließende GAP-Analyse dokumentieren.
Welche Informationen sollten vorliegen?
Die folgenden Informationen helfen, den Schritt fachlich fundiert und ohne unnötige Rückfragen zu bearbeiten.
Dokumentierte Schwachstellen
Die Ergebnisse aus Schritt 1.1 bilden die fachliche Ausgangsbasis.
Wiederkehrende Tätigkeiten
Zeitaufwände, Mehrfacherfassungen, Rückfragen und manuelle Abstimmungen.
Fehler & Nacharbeit
Ausschuss, Nacharbeit, fehlende Prüftransparenz und vermeidbare Qualitätsaufwände.
Transparenz & Reaktion
Informationsverzug, kurzfristige Umplanungen und fehlende aktuelle Zustände.
Messbare Grundlagen
Vorhandene Mengen, Zeiten und Häufigkeiten helfen bei der späteren Euro-Bewertung.
Unternehmensrelevanz
Nicht jedes erkannte Problem ist wirtschaftlich oder strategisch gleich wichtig.
Wer sollte eingebunden werden?
Beziehen Sie nur die Rollen ein, die für diesen Schritt fachlich, technisch oder organisatorisch wirklich erforderlich sind.
Produktion
Bewertet operative Verbesserungen und konkrete Entlastungen im Tagesgeschäft.
Planung / AV
Bringt Potenziale aus Feinplanung, Auftragssteuerung und Rückmeldung ein.
Qualität
Bewertet Qualitätsaufwände, Transparenz und mögliche Fehlervermeidung.
Controlling
Unterstützt bei der späteren wirtschaftlichen Einordnung der relevanten Hebel.
Projektleitung
Sorgt für ein einheitliches Bewertungsverständnis und dokumentierte Prioritäten.
Was Sie vermeiden sollten.
Diese Fehler führen häufig zu unnötigem Aufwand, fehlender Vergleichbarkeit oder späteren Projektrisiken.
Die Frage lautet zuerst: Was soll verbessert werden – nicht: Welche Funktion wollen wir kaufen?
Die spätere Budgetplanung benötigt eine klare Priorisierung der wirklich relevanten Hebel.
Auch Transparenz und Prozesssicherheit können Voraussetzungen für messbare Verbesserungen sein.
Jedes wesentliche Potenzial sollte auf einem konkreten beobachtbaren Aufwand oder einer Schwachstelle basieren.
Potenziale in Ursache, Wirkung und Verbesserung zerlegen.
Formulieren Sie ein Potenzial möglichst nach dem Muster: „Heute entsteht …, weil … . Durch eine Verbesserung könnte … reduziert oder vermieden werden.“ So bleibt der Nutzen im Mittelpunkt und nicht eine bestimmte Softwarefunktion.
Woran erkennen Sie, dass Schritt 1.2 abgeschlossen ist?
Der Schritt ist abgeschlossen, wenn die folgenden drei Aussagen belastbar beantwortet beziehungsweise erfüllt sind.
Relevante Hebel bekannt
Die wesentlichen Verbesserungspotenziale sind vollständig erfasst.
Prioritäten abgestimmt
Das Projektteam kann erklären, welche Potenziale besonders wichtig sind und warum.
Bewertung vorbereitet
Für die wichtigsten Potenziale ist bekannt, welche Daten für die weitere Analyse benötigt werden.
Der nächste Projektstand ist vorbereitet.
Sie verfügen über eine strukturierte und priorisierte Übersicht der MES-Potenziale. Diese bildet die Grundlage für die GAP-Analyse und die anschließende wirtschaftliche Bewertung.
Mit dem passenden Werkzeug strukturiert weiterarbeiten.
Die MES-Budgetplanung-App führt die wirtschaftlichen Vorarbeiten strukturiert zusammen und verhindert, dass Sie mit einem weißen Blatt Papier beginnen.
Schritt 1.2 direkt in der MES-Checkliste bearbeiten.
Die Fachseite erklärt Vorgehen, Beteiligte und typische Fehler. In der kostenfreien App dokumentieren Sie Status, Verantwortlichen, Termin, Notizen und offene Punkte.
