MES-Checkliste · Schritt 1.2

MES-Potenziale bewerten

Nach der Aufnahme des Status quo werden die tatsächlichen Verbesserungspotenziale bewertet. Entscheidend ist nicht, möglichst viele MES-Funktionen zu finden, sondern die Handlungsfelder, in denen digitale Unterstützung einen konkreten Nutzen schaffen kann.

✓ Schwachstellen aus der Status-quo-A…✓ Manuelle Tätigkeiten, Informationsd…✓ Verbesserungspotenziale je Prozess-…✓ Mögliche Auswirkungen auf Zeit, Qua…
Warum dieser Schritt wichtig ist

Vom Problem zum wirtschaftlich relevanten Hebel.

Eine MES-Einführung sollte nicht mit einer möglichst langen Funktionsliste beginnen. Zunächst muss klar sein, wo das Unternehmen einen konkreten Nutzen erzielen kann.

Die Potenzialbewertung verbindet die Erkenntnisse aus dem Status quo mit möglichen Verbesserungen und trennt relevante Hebel von Themen, die für das MES-Projekt nur geringe Bedeutung haben.

Konkrete Aufgaben

Was ist zu tun?

Bearbeiten Sie die Aufgaben in dieser Reihenfolge und dokumentieren Sie Entscheidungen sowie offene Punkte nachvollziehbar.

01

Schwachstellen aus der Status-quo-Analyse bewerten.

02

Manuelle Tätigkeiten, Informationsdefizite und vermeidbare Abstimmungen betrachten.

03

Verbesserungspotenziale je Prozess- und Funktionsbereich identifizieren.

04

Mögliche Auswirkungen auf Zeit, Qualität, Transparenz und Aufwand beschreiben.

05

Potenziale nach Relevanz und erwarteter Wirkung priorisieren.

06

Zusammenhänge und mögliche Doppelzählungen frühzeitig erkennen.

07

Ergebnisse für die anschließende GAP-Analyse dokumentieren.

Informationsbasis

Welche Informationen sollten vorliegen?

Die folgenden Informationen helfen, den Schritt fachlich fundiert und ohne unnötige Rückfragen zu bearbeiten.

IST-Analyse

Dokumentierte Schwachstellen

Die Ergebnisse aus Schritt 1.1 bilden die fachliche Ausgangsbasis.

Aufwand

Wiederkehrende Tätigkeiten

Zeitaufwände, Mehrfacherfassungen, Rückfragen und manuelle Abstimmungen.

Qualität

Fehler & Nacharbeit

Ausschuss, Nacharbeit, fehlende Prüftransparenz und vermeidbare Qualitätsaufwände.

Planung

Transparenz & Reaktion

Informationsverzug, kurzfristige Umplanungen und fehlende aktuelle Zustände.

Daten

Messbare Grundlagen

Vorhandene Mengen, Zeiten und Häufigkeiten helfen bei der späteren Euro-Bewertung.

Priorität

Unternehmensrelevanz

Nicht jedes erkannte Problem ist wirtschaftlich oder strategisch gleich wichtig.

Beteiligte

Wer sollte eingebunden werden?

Beziehen Sie nur die Rollen ein, die für diesen Schritt fachlich, technisch oder organisatorisch wirklich erforderlich sind.

Produktion

Bewertet operative Verbesserungen und konkrete Entlastungen im Tagesgeschäft.

Planung / AV

Bringt Potenziale aus Feinplanung, Auftragssteuerung und Rückmeldung ein.

Qualität

Bewertet Qualitätsaufwände, Transparenz und mögliche Fehlervermeidung.

Controlling

Unterstützt bei der späteren wirtschaftlichen Einordnung der relevanten Hebel.

Projektleitung

Sorgt für ein einheitliches Bewertungsverständnis und dokumentierte Prioritäten.

Typische Fehler

Was Sie vermeiden sollten.

Diese Fehler führen häufig zu unnötigem Aufwand, fehlender Vergleichbarkeit oder späteren Projektrisiken.

MES-Funktionen statt Probleme bewerten

Die Frage lautet zuerst: Was soll verbessert werden – nicht: Welche Funktion wollen wir kaufen?

Alle Potenziale gleich behandeln

Die spätere Budgetplanung benötigt eine klare Priorisierung der wirklich relevanten Hebel.

Nur direkte Einsparungen betrachten

Auch Transparenz und Prozesssicherheit können Voraussetzungen für messbare Verbesserungen sein.

Potenziale ohne Grundlage festlegen

Jedes wesentliche Potenzial sollte auf einem konkreten beobachtbaren Aufwand oder einer Schwachstelle basieren.

Praxis-Hinweis

Potenziale in Ursache, Wirkung und Verbesserung zerlegen.

Formulieren Sie ein Potenzial möglichst nach dem Muster: „Heute entsteht …, weil … . Durch eine Verbesserung könnte … reduziert oder vermieden werden.“ So bleibt der Nutzen im Mittelpunkt und nicht eine bestimmte Softwarefunktion.

Abschlusskriterien

Woran erkennen Sie, dass Schritt 1.2 abgeschlossen ist?

Der Schritt ist abgeschlossen, wenn die folgenden drei Aussagen belastbar beantwortet beziehungsweise erfüllt sind.

✓

Relevante Hebel bekannt

Die wesentlichen Verbesserungspotenziale sind vollständig erfasst.

✓

Prioritäten abgestimmt

Das Projektteam kann erklären, welche Potenziale besonders wichtig sind und warum.

✓

Bewertung vorbereitet

Für die wichtigsten Potenziale ist bekannt, welche Daten für die weitere Analyse benötigt werden.

Ergebnis dieses Schrittes

Der nächste Projektstand ist vorbereitet.

Sie verfügen über eine strukturierte und priorisierte Übersicht der MES-Potenziale. Diese bildet die Grundlage für die GAP-Analyse und die anschließende wirtschaftliche Bewertung.

Nächster Schritt1.3 – GAP-Analyse für MES durchführen
Unterstützung durch das MES-Tool-Kit

Mit dem passenden Werkzeug strukturiert weiterarbeiten.

Die MES-Budgetplanung-App führt die wirtschaftlichen Vorarbeiten strukturiert zusammen und verhindert, dass Sie mit einem weißen Blatt Papier beginnen.

Arbeitsstand dokumentieren

Schritt 1.2 direkt in der MES-Checkliste bearbeiten.

Die Fachseite erklärt Vorgehen, Beteiligte und typische Fehler. In der kostenfreien App dokumentieren Sie Status, Verantwortlichen, Termin, Notizen und offene Punkte.