Shopfloor-Mitarbeiter einbinden
Die späteren MES-Anwender kennen viele Details, die weder in Prozessbeschreibungen noch in ERP-Dokumentationen stehen. Ihre praktische Erfahrung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil eines belastbaren Lastenhefts.
Der gelebte Prozess entscheidet – nicht nur der dokumentierte.
Gerade Abweichungen, kurzfristige Entscheidungen, Papierlisten, Excel-Hilfen und manuelle Ersatzprozesse liefern wichtige Anforderungen an das spätere MES.
Frühe Beteiligung verbessert zudem Akzeptanz, weil Anwender erkennen, dass ihre tatsächlichen Arbeitsabläufe in das Projekt einfließen.
Was ist zu tun?
Bearbeiten Sie die Aufgaben in dieser Reihenfolge und dokumentieren Sie Entscheidungen sowie offene Punkte nachvollziehbar.
Arbeitsplätze und reale Produktionsabläufe ansehen.
Erfahrene Mitarbeiter und Schichtverantwortliche befragen.
Typische Tagesabläufe und Informationsbedarfe verstehen.
Störungen, Ausnahmen und Sonderfälle aufnehmen.
Manuelle Zusatzarbeiten, Listen und Workarounds identifizieren.
Fehlende oder verspätete Informationen dokumentieren.
Erkenntnisse für die Fachworkshops strukturieren.
Welche Informationen sollten vorliegen?
Die folgenden Informationen helfen, den Schritt fachlich fundiert und ohne unnötige Rückfragen zu bearbeiten.
Arbeitsplatz
Direkt dort beobachten, wo Aufträge bearbeitet und Daten erfasst werden.
Listen & Formulare
Papier, Excel und persönliche Notizen zeigen häufig fehlende Systemunterstützung.
Störungen
Was passiert bei Maschinenstillstand, Materialmangel, Nacharbeit oder Eilauftrag?
Bedarf
Welche Daten fehlen genau dann, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen?
Nutzerperspektive
Erfassen, welche Bedienwege im Shopfloor einfach und robust sein müssen.
Erfahrung
Praktische Vorschläge der späteren Anwender bewusst aufnehmen und prüfen.
Wer sollte eingebunden werden?
Beziehen Sie nur die Rollen ein, die für diesen Schritt fachlich, technisch oder organisatorisch wirklich erforderlich sind.
Shopfloor-Mitarbeiter
Beschreiben den tatsächlichen Ablauf und alltägliche Hindernisse.
Schichtführung
Kennt Eskalationen, Abstimmungen und wiederkehrende Sonderfälle.
Produktion
Ordnet Beobachtungen in Prozess und Verantwortlichkeiten ein.
Projektteam
Überführt die Erkenntnisse in konkrete Workshopfragen und Anforderungen.
Was Sie vermeiden sollten.
Diese Fehler führen häufig zu unnötigem Aufwand, fehlender Vergleichbarkeit oder späteren Projektrisiken.
Viele operative Details und Workarounds bleiben dadurch unsichtbar.
Beteiligung bedeutet, Erfahrungen aktiv aufzunehmen und fachlich zu prüfen.
Gerade Sonderfälle erzeugen häufig die wichtigsten Anforderungen.
Hinweise auf Schwierigkeiten sind wertvolle Informationen über reale Prozesslücken.
Immer auch nach dem Ausnahmefall fragen.
Fragen Sie am Arbeitsplatz nicht nur „Wie funktioniert der Prozess?“, sondern auch „Was machen Sie, wenn das nicht funktioniert?“. Oft entstehen aus dieser zweiten Antwort die wichtigsten Anforderungen.
Woran erkennen Sie, dass Schritt 2.4 abgeschlossen ist?
Der Schritt ist abgeschlossen, wenn die folgenden drei Aussagen belastbar beantwortet beziehungsweise erfüllt sind.
Abläufe verstanden
Die tatsächliche Arbeitsweise am Shopfloor ist nachvollziehbar aufgenommen.
Sonderfälle dokumentiert
Störungen, Workarounds und Informationslücken sind sichtbar.
Input vorbereitet
Die Erkenntnisse können gezielt in die Fachworkshops übernommen werden.
Der nächste Projektstand ist vorbereitet.
Eine praxisnahe Grundlage für die fachliche Anforderungsdefinition liegt vor; der Shopfloor ist als wichtiger Wissensgeber in die Lastenhefterstellung eingebunden.
Schritt 2.4 direkt in der MES-Checkliste bearbeiten.
Die Fachseite erklärt Vorgehen, Beteiligte und typische Fehler. In der kostenfreien App dokumentieren Sie Status, Verantwortlichen, Termin, Notizen und offene Punkte.
