MES-Checkliste · Schritt 2.4

Shopfloor-Mitarbeiter einbinden

Die späteren MES-Anwender kennen viele Details, die weder in Prozessbeschreibungen noch in ERP-Dokumentationen stehen. Ihre praktische Erfahrung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil eines belastbaren Lastenhefts.

✓ Arbeitsplätze und reale Produktions…✓ Erfahrene Mitarbeiter und Schichtve…✓ Typische Tagesabläufe und Informati…✓ Störungen, Ausnahmen und Sonderfäll…
Warum dieser Schritt wichtig ist

Der gelebte Prozess entscheidet – nicht nur der dokumentierte.

Gerade Abweichungen, kurzfristige Entscheidungen, Papierlisten, Excel-Hilfen und manuelle Ersatzprozesse liefern wichtige Anforderungen an das spätere MES.

Frühe Beteiligung verbessert zudem Akzeptanz, weil Anwender erkennen, dass ihre tatsächlichen Arbeitsabläufe in das Projekt einfließen.

Konkrete Aufgaben

Was ist zu tun?

Bearbeiten Sie die Aufgaben in dieser Reihenfolge und dokumentieren Sie Entscheidungen sowie offene Punkte nachvollziehbar.

01

Arbeitsplätze und reale Produktionsabläufe ansehen.

02

Erfahrene Mitarbeiter und Schichtverantwortliche befragen.

03

Typische Tagesabläufe und Informationsbedarfe verstehen.

04

Störungen, Ausnahmen und Sonderfälle aufnehmen.

05

Manuelle Zusatzarbeiten, Listen und Workarounds identifizieren.

06

Fehlende oder verspätete Informationen dokumentieren.

07

Erkenntnisse für die Fachworkshops strukturieren.

Informationsbasis

Welche Informationen sollten vorliegen?

Die folgenden Informationen helfen, den Schritt fachlich fundiert und ohne unnötige Rückfragen zu bearbeiten.

Praxis

Arbeitsplatz

Direkt dort beobachten, wo Aufträge bearbeitet und Daten erfasst werden.

Hilfsmittel

Listen & Formulare

Papier, Excel und persönliche Notizen zeigen häufig fehlende Systemunterstützung.

Ausnahmen

Störungen

Was passiert bei Maschinenstillstand, Materialmangel, Nacharbeit oder Eilauftrag?

Information

Bedarf

Welche Daten fehlen genau dann, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen?

Bedienung

Nutzerperspektive

Erfassen, welche Bedienwege im Shopfloor einfach und robust sein müssen.

Verbesserung

Erfahrung

Praktische Vorschläge der späteren Anwender bewusst aufnehmen und prüfen.

Beteiligte

Wer sollte eingebunden werden?

Beziehen Sie nur die Rollen ein, die für diesen Schritt fachlich, technisch oder organisatorisch wirklich erforderlich sind.

Shopfloor-Mitarbeiter

Beschreiben den tatsächlichen Ablauf und alltägliche Hindernisse.

Schichtführung

Kennt Eskalationen, Abstimmungen und wiederkehrende Sonderfälle.

Produktion

Ordnet Beobachtungen in Prozess und Verantwortlichkeiten ein.

Projektteam

Überführt die Erkenntnisse in konkrete Workshopfragen und Anforderungen.

Typische Fehler

Was Sie vermeiden sollten.

Diese Fehler führen häufig zu unnötigem Aufwand, fehlender Vergleichbarkeit oder späteren Projektrisiken.

Nur Führungskräfte befragen

Viele operative Details und Workarounds bleiben dadurch unsichtbar.

Shopfloor nur informieren

Beteiligung bedeutet, Erfahrungen aktiv aufzunehmen und fachlich zu prüfen.

Nur den Normalprozess betrachten

Gerade Sonderfälle erzeugen häufig die wichtigsten Anforderungen.

Kritik als Widerstand bewerten

Hinweise auf Schwierigkeiten sind wertvolle Informationen über reale Prozesslücken.

Praxis-Hinweis

Immer auch nach dem Ausnahmefall fragen.

Fragen Sie am Arbeitsplatz nicht nur „Wie funktioniert der Prozess?“, sondern auch „Was machen Sie, wenn das nicht funktioniert?“. Oft entstehen aus dieser zweiten Antwort die wichtigsten Anforderungen.

Abschlusskriterien

Woran erkennen Sie, dass Schritt 2.4 abgeschlossen ist?

Der Schritt ist abgeschlossen, wenn die folgenden drei Aussagen belastbar beantwortet beziehungsweise erfüllt sind.

✓

Abläufe verstanden

Die tatsächliche Arbeitsweise am Shopfloor ist nachvollziehbar aufgenommen.

✓

Sonderfälle dokumentiert

Störungen, Workarounds und Informationslücken sind sichtbar.

✓

Input vorbereitet

Die Erkenntnisse können gezielt in die Fachworkshops übernommen werden.

Ergebnis dieses Schrittes

Der nächste Projektstand ist vorbereitet.

Eine praxisnahe Grundlage für die fachliche Anforderungsdefinition liegt vor; der Shopfloor ist als wichtiger Wissensgeber in die Lastenhefterstellung eingebunden.

Nächster Schritt2.5 – Fachbereichs-Workshops durchführen
Arbeitsstand dokumentieren

Schritt 2.4 direkt in der MES-Checkliste bearbeiten.

Die Fachseite erklärt Vorgehen, Beteiligte und typische Fehler. In der kostenfreien App dokumentieren Sie Status, Verantwortlichen, Termin, Notizen und offene Punkte.