MES-Checkliste · Schritt 3.3.3

MES-Use-Cases definieren

Use Cases übersetzen zentrale Anforderungen des Lastenhefts in konkrete Praxisszenarien. Die Anbieter sollen zeigen, wie ihre Lösung typische und kritische Abläufe tatsächlich unterstützt – statt nur allgemeine Produktfunktionen zu präsentieren.

✓ Kritische Prozesse und Anforderunge…✓ Use Cases aus realen betrieblichen…✓ Ausgangssituation, Akteure und notw…✓ Gewünschten Ablauf und erwartetes E…
Warum dieser Schritt wichtig ist

Use Cases machen aus einer Produktshow einen Praxistest.

Ein guter Use Case beschreibt Ausgangssituation, Ablauf, benötigte Informationen und erwartetes Ergebnis. Er stammt aus realen Produktions- oder Qualitätsprozessen und ist für alle Anbieter identisch.

Besonders wertvoll sind Szenarien, in denen heute Probleme, Medienbrüche oder Entscheidungen unter Zeitdruck auftreten.

Konkrete Aufgaben

Was ist zu tun?

Bearbeiten Sie die Aufgaben in dieser Reihenfolge und dokumentieren Sie Entscheidungen sowie offene Punkte nachvollziehbar.

01

Kritische Prozesse und Anforderungen aus dem Lastenheft auswählen.

02

Use Cases aus realen betrieblichen Szenarien formulieren.

03

Ausgangssituation, Akteure und notwendige Daten beschreiben.

04

Gewünschten Ablauf und erwartetes Ergebnis festlegen.

05

Sonderfälle und Störungen in ausgewählten Szenarien berücksichtigen.

06

Bewertungsschwerpunkte je Use Case definieren.

07

Umfang so begrenzen, dass alle Anbieter die Fälle im gleichen Zeitfenster zeigen können.

Informationsbasis

Welche Informationen sollten vorliegen?

Die folgenden Informationen helfen, den Schritt fachlich fundiert und ohne unnötige Rückfragen zu bearbeiten.

Quelle

Lastenheft

Use Cases müssen auf priorisierten Anforderungen und realen Prozessen beruhen.

Szenario

Ausgangslage

Konkreter Auftrag, Maschine, Qualitätsfall oder Planungssituation statt abstrakter Funktion.

Ablauf

Schritte

Welche Entscheidungen und Informationen im Szenario sichtbar werden sollen.

Daten

Beispielwerte

Nur so viele Daten vorgeben, wie für eine realistische Demonstration erforderlich sind.

Ausnahme

Kritischer Fall

Mindestens ausgewählte Stör- oder Abweichungssituationen gezielt testen.

Bewertung

Erwartung

Vorab festlegen, woran eine gute oder schwache Umsetzung erkannt wird.

Beteiligte

Wer sollte eingebunden werden?

Beziehen Sie nur die Rollen ein, die für diesen Schritt fachlich, technisch oder organisatorisch wirklich erforderlich sind.

Fachbereiche

Definieren realistische Szenarien aus ihrem Tagesgeschäft.

Key User

Sichern Praxisnähe und Bedienperspektive.

IT

Ergänzt bei Bedarf Integrations- und Datenaspekte.

Projektleitung

Vereinheitlicht Aufbau, Umfang und Bewertung der Use Cases.

Typische Fehler

Was Sie vermeiden sollten.

Diese Fehler führen häufig zu unnötigem Aufwand, fehlender Vergleichbarkeit oder späteren Projektrisiken.

Zu allgemeine Aufgaben

„Zeigen Sie die Feinplanung“ lässt dem Anbieter zu viel Spielraum.

Use Cases aus Anbieter-Demos übernehmen

Die Szenarien müssen aus dem eigenen Bedarf entstehen.

Nur Happy Path

Störungen und Abweichungen zeigen häufig erst die Flexibilität einer Lösung.

Zu viele Fälle

Eine überladene Agenda führt dazu, dass wichtige Szenarien nur oberflächlich behandelt werden.

Praxis-Hinweis

Ein Use Case sollte eine Entscheidungssituation enthalten.

Besonders aussagekräftig sind Fälle, in denen sich im Ablauf etwas ändert: Maschine fällt aus, Termin verschiebt sich, Qualitätsabweichung tritt auf oder Material fehlt. Dann zeigt sich, wie die Lösung im echten Tagesgeschäft unterstützt.

Abschlusskriterien

Woran erkennen Sie, dass Schritt 3.3.3 abgeschlossen ist?

Der Schritt ist abgeschlossen, wenn die folgenden drei Aussagen belastbar beantwortet beziehungsweise erfüllt sind.

Praxisbezug vorhanden

Jeder Use Case stammt aus einem relevanten realen Prozess.

Erwartung klar

Ablauf und Bewertungsschwerpunkte sind vor der Präsentation definiert.

Vergleich möglich

Alle Anbieter erhalten dieselben Szenarien und vergleichbaren Zeitbedarf.

Ergebnis dieses Schrittes

Der nächste Projektstand ist vorbereitet.

Ein belastbarer Use-Case-Satz steht als zentrale Grundlage für die Anbieterpräsentationen und deren objektive Bewertung bereit.

Nächster Schritt3.3.4 – Präsentationsleitfaden erstellen
Unterstützung durch das MES-Tool-Kit

Mit dem passenden Werkzeug strukturiert weiterarbeiten.

Die Auswahl-App unterstützt die strukturierte Vorbereitung, Bewertung und Dokumentation des Anbietervergleichs auf Basis des freigegebenen Lastenhefts.

Arbeitsstand dokumentieren

Schritt 3.3.3 direkt in der MES-Checkliste bearbeiten.

Die Fachseite erklärt Vorgehen, Beteiligte und typische Fehler. In der kostenfreien App dokumentieren Sie Status, Verantwortlichen, Termin, Notizen und offene Punkte.